Mensch-Hund-Team für tiergestützte Intervention

Mensch-Hund-Team für tiergestützte Intervention

Ausbildung „Mensch-Hund-Team für tiergestützte Interventionen“ erfolgreich abgeschlossen

Zum Jahreswechsel endete die aktuelle Ausbildung zum „Mensch-Hund-Team für tiergestützte Interventionen“ – ein bedeutender Meilenstein für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie ihre vierbeinigen Partner.

Die sechsmonatige Qualifizierung ist von der ISAAT akkreditiert und von der AASI zertifiziert – zwei international anerkannten Fachorganisationen, die höchste Qualitätsstandards in der tiergestützten Arbeit garantieren. Entsprechend anspruchsvoll gestaltet sich die Ausbildung, in der sowohl theoretische Grundlagen als auch umfangreiche praktische Einheiten vermittelt werden.

Die angehenden Mensch-Hund-Teams erlernen unter anderem: • Grundlagen der Tiergestützten Intervention (TGI) • Ethologie, Stresssignale und Wohlbefinden des Hundes • Hygiene- und Sicherheitskonzepte • Methodik für Einsätze in Schulen, Pflegeeinrichtungen, Kliniken und sozialen Einrichtungen • Praxisübungen zur Teamarbeit, Kommunikation und Einsatzplanung

Ziel der Ausbildung ist es, Menschen in pädagogischen, therapeutischen oder sozialen Kontexten mithilfe gut ausgebildeter Hunde zu unterstützen – sei es bei der Förderung motorischer Fähigkeiten, der Stärkung emotionaler Kompetenzen oder der Aktivierung älterer Menschen.

Am Abschlusstag präsentieren die frisch zertifizierten Teams ihr erworbenes Wissen und ihre praktische Einsatzfähigkeit. Für viele von ihnen beginnt nun der Einstieg in eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die Mensch und Hund gleichermaßen fordert wie bereichert.

Das Mentoren- und Dozententeam zeigen sich stolz auf die hohe Motivation und Professionalität der diesjährigen Absolventinnen und Absolventen. Auch die beteiligten Hunde glänzten mit bemerkenswerter Arbeitsfreude und Gelassenheit.

Mit dem Abschluss der Ausbildung wird die Region um eine Gruppe qualifizierter Mensch-Hund-Teams bereichert, die künftig wertvolle Arbeit in der tiergestützten Intervention leisten werden.

Folgende Teams haben die Ausbildung erfolgreich beendet: Ulrike Bauer-Trolp (Lichtenfels), Kia Breuer (Nürnberg), Andrea Rexhäuser (Steinach/Thür.), Jasmin Prang (Meiningen), Natalia Bauer (Lichtenfels), Christiane Geiger (Schalkau), Eva Konrad (Kronach), Karin Brem (Marktleuthen), Daniela Schindler (Thierstein), Kerstin Niermann (Weidach), Eva Bayer (Kronach) und Marina Pompe (Kronach).

Kleiner Hund ganz groß

Kleiner Hund ganz groß: Tipps für Halter

Hunde kleiner Rassen sind äußerst beliebt – werden aber oft nicht ganz ernst genommen, wenn sie sich bellend Gehör verschaffen wollen. Viele Menschen sorgen zudem unbewusst für Unsicherheit bei den kleinen Fellnasen, weil sie diese einfach hochheben und so in ihrer Bewegung einschränken. Halter können ihre Tiere dabei unterstützen, sich in der großen Welt zurechtzufinden und auch mit größeren Artgenossen souverän umzugehen.

Nach einer Erhebung des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) e.V. und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) lebten 2022 über zehn Millionen Hunde in Deutschland. Knapp ein Drittel davon sind Hunde zwischen fünf und zehn Kilogramm, also zum Beispiel Jack Russell Terrier. Seit Jahren steigt aber auch die Zahl der kleinsten Rassen wie Yorkshire Terrier und Chihuahua. Letztere zählen zu den beliebtesten Hunderassen in Deutschland.

Nadja Kopp ist Hundeverhaltensberaterin und Hundetrainerin und arbeitet in ihrem Alltag häufig mit kleinen Hunderassen: „Das Besondere an ihnen ist, dass sie oft überdimensional selbstbewusst sind. Sie wissen nicht, dass sie klein sind.“ Umso wichtiger ist für die Expertin daher, dass die Tiere in einem sicheren Umfeld Sozialkompetenz lernen, etwa in einer Hundeschule. Im Idealfall werden sie schon im jungen Alter an den Umgang mit kleinen und großen Artgenossen gewöhnt. Aber auch die Halter müssen auf ein paar Besonderheiten achten. „Man sieht oft kleine Hunde, die vom Arm der Besitzer pöbeln oder lautstark ihr Futter verteidigen. Weil die Tiere aber so klein sind, nehmen viele das nicht ernst und sorgen dadurch natürlich für Unsicherheit“, erklärt Kopp. „Man sollte sie auch nicht ständig hochheben, denn dann kann der Hund sich nicht selbstständig zurückziehen.“ Zudem wirkt es auf manche Hunde bedrohlich, wenn man sich von oben herab zu ihnen herunterbeugt – besser ist, sich von vorn anzunähern, sodass das Heimtier einen kommen sieht.

Grundsätzlich ist die von Menschen gestaltete Umwelt selbstverständlich an die Größe von Menschen angepasst. Größere Hunde haben damit meist weniger Probleme, für sehr kleine Rassen können aber schon Treppen zur Herausforderung werden. „Für Dackel oder Chihuahuas können Stufen sehr anstrengend oder sogar schädlich sein. Dann macht es schon Sinn, sie daran zu gewöhnen, auf dem Arm oder in einer offenen Tasche getragen zu werden. Gleiches gilt beispielsweise auch für den Einstieg ins Auto“, sagt die Hundetrainerin. „Wenn der Hund zu Hause auch einen Platz auf dem Sofa bekommen soll, dann gibt es dafür außerdem spezielle Treppen und Rampen.“

Trotz ihrer Größe können kleine Hunderassen aber auch überraschen, wenn es um ihre körperlichen Fähigkeiten geht. Nachdem sie sich an die Belastung gewöhnt und entsprechende Muskeln und Kondition aufgebaut haben, sind auch längere Spaziergänge meist kein Problem und beim gemeinsamen Spielen und Toben zeigen die Vierbeiner große Ausdauer. Dabei aber trotzdem unbedingt an regelmäßige Pausen denken.

Bei Fahrradtouren kann hingegen das Tempo schnell zum Problem für die kurzen Hundebeine werden. Hier bietet es sich an, seinen tierischen Begleiter an das Mitfahren im Fahrradkorb oder Anhänger zu gewöhnen und ihn dann etwa bei einer Pause oder am Zielort etwas laufen zu lassen.

Für den Winter hat Nadja Kopp noch einen Tipp: „Viele kleine Hunderassen haben nur wenig Fell und wenig bis keine Unterwolle. Bei unter zehn Grad frieren sie schnell und brauchen gegebenenfalls einen Regen- oder Kälteschutz. Dazu sollte man auf Zittern achten; man kann aber auch an den Ohren testen, ob sie sich kühl anfühlen.“ IVH

Winter mit Hund

Erster Winter mit Hund: Gesund und sicher durch die kalte Jahreszeit

Kälte, Dunkelheit, Viren, Salz auf den Gehwegen: Der Winter hält seine eigenen Herausforderungen für Hunde und ihre Halter bereit. Mit diesen Grundregeln kommen frischgebackene Hundehalter und ihre Vierbeiner gesund und sicher durch die Saison.

Eisige Böen, Dauerregen oder Eiszapfen: Während wir Menschen uns mit regenfesten Mänteln und gefütterten Schuhen warmhalten, bleibt Hunden oft nur das eigene Fell. Ob das für jede Witterung ausreicht, hängt stark von der Rasse ab. „Hunde empfinden Kälte sehr unterschiedlich“, sagt Hundetrainerin und Ratgeberautorin Sabine Winkler. „Während nordische Rassen wie Huskys oder Malamutes Schnee und Minusgrade lieben, frieren kleine und kurzhaarige Tiere schnell. Aufgrund ihrer Herkunft aus warmen Regionen ist ihr Fell häufig nicht an die kalte Jahreszeit in Mittel- und Nordeuropa angepasst. Ein Hundemantel kann eine sinnvolle Unterstützung sein – besonders bei nasskaltem Wetter.“

Entscheidend ist, dass Hundehalter ihre Tiere beobachten und auf ihr Verhalten reagieren. Wenn Hunde frieren, fangen sie an zu zittern und machen sich klein, um die Wärme zu speichern. Vor allem Ohren und Pfoten fühlen sich dann sehr kalt an.

Schnee, Eis und vor allem Streusalz können die Ballen der Hundepfoten stark beanspruchen. Nach dem Spaziergang können Hundehalter die Pfoten vorsichtig mit lauwarmem Wasser abspülen und anschließend abtrocknen. Vaseline oder spezielle Pfotenbalsame helfen zusätzlich bei der Pflege. Draußen gilt es zudem, vereiste und somit rutschige Untergründe zu meiden, um Verletzungen vorzubeugen.

Kälte und schlechtes Wetter sind keine Gründe, die Gassirunden im Winter einzuschränken. Auch in der kalten Jahreszeit brauchen Hunde Bewegung und Beschäftigung, um körperlich und mental fit zu bleiben sowie das Immunsystem zu stärken. „Bei niedrigen Temperaturen und Nässe sollte man bei den Gassirunden nicht zu lange stehenbleiben – etwa weil man beim Spaziergang einen Bekannten trifft und sich unterhalten möchte“, sagt Winkler. „Solange der Hund in Bewegung bleibt, macht ihm die Kälte in der Regel weniger aus.“ Ältere oder gesundheitlich angeschlagene Tiere brauchen besondere Rücksichtnahme. In solchen Fällen kann der Tierarzt aufklären, was man dem Vierbeiner zumuten kann.

Der Winter ist nicht nur die kalte, sondern auch die dunkle Jahreszeit. Morgens wird es später hell, nachmittags schon früh dunkel. Gassirunden nur im Hellen sind kaum möglich. Für die Sicherheit von Mensch und Tier ist es daher wichtig, für andere gut sichtbar zu sein. Die Spaziergänge sollten also auf gut beleuchteten Wegen stattfinden. Zusätzlich können Hund und Halter mit reflektierenden Westen, Geschirr oder Leine für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit sorgen.

Wie bei uns Menschen ist das Immunsystem von Hunden bei anhaltender Kälte angreifbarer als in den warmen Sommermonaten. Auch beim Vierbeiner sind dann mitunter Husten, Niesen oder leichtes Fieber zu bemerken und müssen auskuriert werden. Ruhe und ein warmer Schlafplatz helfen dabei. Zur Vorbeugung sollte man mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung für starke Abwehrkräfte sorgen und das Tier nach jeder Gassirunde gut abtrocknen, wenn es nass geworden ist. IVH

Ein Vierbeiner zieht ein…

Ein Vierbeiner zieht ein…

Ein Vierbeiner zieht ein...

Hund oder Katze, Kaninchen, Hamster oder Schildkröte - Haustiere haben Hochkonjunktur. Unabhängig davon, welches Tier in den Haushalt einziehen soll, immer ist es ein Lebewesen mit speziellen Bedürfnissen, die von den Besitzern mitgedacht werden müssen. Das beginnt bei der richtigen Haltung, reicht über eine tiergerechte Zuwendung bis hin zu Fütterung, Hygiene und Gesundheitsvorsorge - vom Jugendalter bis ans Lebensende.

Die Champions unter den Vierbeinern sind ungebrochen Hund und Katze. Knapp 16 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. An Platz 2 der Beliebtheitsskala steht der Hund mit rund zehn Millionen. Welches Tier in welchem Haushalt am besten aufgehoben ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Vor der Anschaffung steht eine ausführliche Recherche und Information zu den Bedürfnissen und der richtigen Haltung des Tieres. Auch die eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten sollte man gründlich prüfen: Wie viel Zeit will und kann ich für das neue Familienmitglied aufbringen, wie viel Geld steht zur Verfügung und welches Tier passt grundsätzlich am besten in mein Leben? Wer versorgt es im Urlaub oder wenn ich selbst mal krank bin? Das sind die Fragen, die unbedingt im Vorfeld beantwortet werden müssen.

Generell kann man sagen, dass Menschen, die einen aktiven Lebensstil bevorzugen und gerne Zeit im Freien verbringen, eher zu einem Hund tendieren. Wer eine ruhigere, unabhängige Begleitung sucht, könnte sich für eine Katze entscheiden. Hunde benötigen beispielsweise mehr Zeit und Aufmerksamkeit für Spaziergänge, Spiele und Training. Katzen dagegen neigen zu mehr Selbstständigkeit, vor allem Freigänger. Sie können tagsüber gut allein bleiben.

Auch sollte man rassetypische Eigenschaften in die Überlegungen mit einbeziehen. Der Jagdhund in einem beschäftigten Haushalt mit wenig Zeit für Training und Auslauf ist vielleicht nicht die beste Idee. Auch Hütehunde sind ohne regelmäßige Aufgaben häufig nicht ausreichend gefordert.

Auch die Wohnsituation spielt eine Rolle. Eine Katze ist im Stadtzentrum in der Wohnung besser aufgehoben als draußen. Dann sollte man ihr aber ausreichend Beschäftigung anbieten und Klettermöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Egal, ob man sich für Hund oder Katze entscheidet, auf jeden Fall übernimmt man eine langjährige Verantwortung für das neue Familienmitglied. Hunde werden je nach Rasse durchschnittlich zehn bis 15 Jahre alt, Katzen schaffen es im besten Fall sogar bis auf 20 Jahre.

Die Gesundheitsvorsorge sollte im Mittelpunkt stehen. So schützen Impfungen vor vielen gefährlichen, teils lebensbedrohlichen, Infektionskrankheiten wie Staupe, Parvovirose oder Leptospirose beim Hund oder Katzenseuche und Katzenschnupfen bei der Katze. Zudem sollte man seine Hausgenossen vor Flöhen, Zecken und Darmparasiten schützen. Vor allem in den ersten Lebensmonaten sind die Grundimmunisierungen und regelmäßige Wurmkuren ein Muss - auch bei reinen Wohnungskatzen. Aber auch im weiteren Verlauf des Hunde- oder Katzenlebens bleiben jährliche Gesundheitschecks, regelmäßige Auffrischungsimpfungen und der Schutz vor Parasiten wichtige Maßnahmen zur Gesunderhaltung. Ab dem mittleren Lebensalter werden die Vorsorgeuntersuchungen zunehmend wichtiger, beispielsweise des Herzens, der Schilddrüsen- oder der Nierenfunktion. Für alle Tierhaltende kann eine Versicherung sinnvoll sein - sei es für Vorsorge- und Routinemaßnahmen oder Operationen - so sind größere Ausgaben abgesichert. Für Hundehalter gehört eine Tierhalterhaftpflichtversicherung unbedingt dazu.

Eine Voraussetzung für die gute Konstitution eines Tieres ist die art- und altersgerechte Fütterung. Der Nährstoff- und Energiebedarf verändert sich im Laufe eines Tierlebens. Welpen größerer Hunderassen (ausgewachsen 25 kg und mehr) sowie Hunde- und Katzensenioren haben spezielle Bedürfnisse. In einem für die jeweilige Altersgruppe und Größe passenden Alleinfuttermittel sind alle notwendigen Nährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthalten. Mit einer angemessenen Fütterung - in Kombination mit ausreichender Bewegung - lässt sich Übergewicht verhindern. Zu viele Pfunde auf den Rippen bergen die Gefahr von Gelenkerkrankungen oder Diabetes. Es können sogar innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Nicht zuletzt nützen Hygiene und regelmäßige Pflege nicht nur der Optik. Pflege ist immer auch Zuwendung, das Bürsten beispielsweise erfüllt darüber hinaus wichtige gesundheitliche Aspekte. Verfilzungen, die die Luft von der Haut abhalten, führen nämlich leicht zu Ekzemen und begünstigen bakterielle Hautentzündungen oder Pilzbefall. Ein ungepflegtes Fell bietet zudem ein optimales Heim für Ektoparasiten und mindert das Wohlbefinden des Tieres enorm. Zähne putzen, Pfotenpflege oder den regelmäßigen Blick ins Ohr oder Auge sollte man schon früh mit den Welpen, zunächst spielerisch, üben. Auch empfiehlt es sich, bei Katzen den Einstieg in die Transportbox schon früh mit einem positiven Gefühl zu verknüpfen.

Was es noch zu beachten gilt, lässt sich am besten bei den regelmäßigen Tierarztbesuchen besprechen. Tierärztin oder Tierarzt können auch über Möglichkeiten der Kennzeichnung per Mikrochip, wichtige Vorsorgeuntersuchungen oder über besondere Voraussetzungen für das Reisen mit dem Tier informieren.

(Bundesverband für Tiergesundheit e.V.)

Allergie aufs Heimtier

Allergie aufs Heimtier

Allergisch aufs Heimtier: Das kann man tun

Für zahlreiche Menschen mit einer Tierhaarallergie bleibt der Wunsch nach einem Hund oder einer Katze unerfüllt. Auch, wenn die Symptome später auftreten oder sich verstärken, müssen sich Halter schlimmstenfalls von ihrem vierbeinigen Mitbewohner trennen. Es gibt heute allerdings verschiedene Behandlungsansätze: allen voran die Immuntherapie.

Was ist eigentlich eine Allergie? Und wie unterscheidet sich diese von einer Sensibilisierung? Professor Dr. Karl Christian Bergmann, Abteilungsleiter am Institut für Allergieforschung an der Berliner Charité, erklärt dazu die Grundlagen: „Beim Kontakt mit einer Katze können Katzenallergene übertragen werden. Wenn sich als Abwehrreaktion spezifische Antikörper dagegen bilden, dann ist die Person sensibilisiert. Von einer Allergie spricht man erst, wenn sich in Folge einer Sensibilisierung auch Symptome beim Kontakt mit dem Allergen bilden.“ Grundsätzlich ist eine Allergie also eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen. Typische Symptome sind etwa häufiges Niesen, Atemprobleme, juckende Augen oder Hautausschläge.

Entgegen dem Begriff „Tierhaarallergie“ tragen allerdings nicht die Haare die Allergene dauerhaft in sich. Vielmehr haften diese unter anderem über Speichel, Schweiß und Schuppen den Haaren an. Da die Allergene sich auch an den feinen Staub in der Luft anheften können, ist gar kein direkter Kontakt zum Tierhaar nötig, um bei Menschen eine Reaktion auszulösen.

Einige Details zur Entstehung einer Allergie sind noch nicht gänzlich erforscht. So ist laut Professor Bergmann derzeit noch nicht vollkommen geklärt, wie schnell man sich sensibilisiert und wann und warum plötzlich bei manchen Menschen Symptome auftreten und eine Allergie erkennbar wird. Teilweise kann dieser Prozess Jahre dauern.

Das gilt für Kinder, die erst nach einigen Lebensjahren Symptome einer Allergie zeigen, wie für Erwachsene, die zuweilen viele Jahre beschwerdefrei mit einer Katze oder einem Hund zusammengelebt haben und dann eine Allergie entwickeln.

„Das Wichtigste ist zu wissen, dass man eine Immuntherapie, die früher Desensibilisierung genannt wurde, auch gegen Tierhaare machen kann“, sagt der Experte. Dafür gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder werden regelmäßig Allergene unter die Haut gespritzt (subkutan) oder in Form von Tropfen oder Tabletten (sublingual) eingenommen. „Die sublinguale Immuntherapie bei Tierhaarallergien hat sehr viel weniger Nebenwirkungen und wird bevorzugt.“ Zum Erfolg dieser Therapie führt Professor Bergmann aus: „Bei keinem Patienten kann man voraussagen, ob eine Immuntherapie bei ihm mit Sicherheit wirkt. Wenn wir bei einer sublingualen Therapie mit Katzenhaarextrakt von etwa 80 Prozent Erfolg sprechen, dann tritt dieser trotzdem erst nach vier bis sechs Monaten auf und es muss weiter therapiert werden.“

Die Immuntherapie behandelt also direkt die Ursache. Andere Behandlungsansätze therapieren dagegen kurzfristig die Symptome. Verbreitet sind etwa Medikamente in Form von Tabletten, Salben, Tropfen oder Asthmasprays. Bei akuten Beschwerden werden Antihistaminika verwendet, bekannte Arzneistoffe sind Loratadin oder Cetirizin.

Ein letzter Ansatz ist die sogenannte Karenz, also der Versuch, den Kontakt mit den auslösenden Allergenen zu vermindern oder ganz zu vermeiden. Eine gründliche Hygiene hilft dabei. Sowohl die Böden und Möbel in der Wohnung als auch die Kleidung sollten entsprechend regelmäßig gesäubert werden, um etwa Tierhaare und anhaftende Allergene zu entfernen. Außerdem sollte das Schlafzimmer nicht für die Tiere zugänglich sein. Regelmäßiges Lüften senkt zudem den Anteil an Auslösern in der Luft.

Katzen und Hunde sind die beliebtesten Heimtiere in Deutschland. So kennen die meisten Menschen wohl am ehesten auch Allergiker gegen diese Tierarten. Doch „grundsätzlich können allergische Reaktionen gegen alle Tiere auftreten, die ein Fell besitzen. Selten gibt es auch Allergien gegen Federn, zum Beispiel gegen Wellensittiche oder Tauben. Allergien gegen Schildkröten oder Schlangen selbst sind nicht bekannt, wohl aber gegen den Kot dieser Tiere“, erläutert Professor Bergmann.

Hunderassen wie dem Pudel oder Katzenrassen wie der Devon Rex wird häufig zugeschrieben, dass sie keine Allergien auslösen würden. Diese Tiere haben in der Regel jedoch bloß ein spezielles Fell, das weniger Haare verliert oder sie speicheln weniger. Dem Allergologen zufolge gibt es bisher keine Art, die wirklich für Allergiker geeignet ist: „Die einzelnen Hunde und Rassen können unterschiedliche Mengen an Allergenen freisetzen. Einen allergenfreien Hund gibt es bis heute nicht.“ Wer trotz bestehender Allergie darüber nachdenkt, sich ein Heimtier zuzulegen, sollte im Vorfeld bei einem Arzt einen Allergietest spezifisch für die Allergen-Charakteristika der gewünschten Rasse durchführen lassen. IVH

Der Hund im Testament

Tier im Testament: Wenn das Heimtier den Halter überlebt

Heimtiere sind für viele Menschen nicht nur Tiere, sondern Familienmitglieder und enge Begleiter im Leben. Daher überrascht es nicht, dass immer mehr Heimtierhalter sich Gedanken darüber machen, was nach ihrem eigenen Ableben mit ihren geliebten Tieren geschehen soll. Will man als Besitzer sicherstellen, dass das Tier auch nach dem eigenen Tod gut versorgt ist, sollten rechtzeitig Vorkehrungen getroffen sein.

Das Wissen, dass sich jemand um den treuen Hund oder die geliebte Katze kümmern wird, wenn man selbst nicht mehr da ist, nimmt eine Last von den Schultern – und das ganz unabhängig vom eigenen Alter. Hierzu lassen sich die konkreten Wünsche in einem Testament verankern. Um dies umzusetzen, sollte man einen Experten hinzuziehen. Die Grundlagen erklärt Rechtsanwalt Andreas Ackenheil, der sich mit seiner Kanzlei (https://www.tierrecht-anwalt.de) auf die Rechtsgebiete rund um Tiere, das Tierrecht, spezialisiert hat: „Bei einem Heimtier handelt es sich um ein Mitgeschöpf, dass nach § 90a BGB rechtlich wie eine Sache behandelt wird und vererbt werden kann, also wie ein Haus oder Auto. Umgekehrt darf ein Tier nach §§ 1 und 1923 BGB selbst nichts erben, weil es kein Träger von Rechten und Pflichten ist.“ Wer das Wohlergehen seines Tieres über das Erbe absichern möchte, kann dafür bestimmte Auflagen im Testament bestimmen.

Als Erbe darf sowohl eine Person, also etwa ein Nachkomme oder eine nicht verwandte Betreuerin oder Bekannte, als auch eine Organisation oder Stiftung eingesetzt werden. Wichtig ist dabei, bereits vorab mit den Betreffenden darüber zu sprechen. „Wie beim sonstigen Nachlass auch, können Erben das Erbe ausschlagen. Wenn man sich aber im Vorfeld einigt, dass die Verantwortung für das Tier übernommen und ein Teil des Vermögens für die Pflege und Haltungskosten bestimmt wird, dann gibt es in der Regel keine böse Überraschung“, sagt der Experte. „Wenn ich mein Tier liebe – und das tue ich, wenn ich mir Gedanken darüber mache, wie ich sein Wohlergehen nach meinem Tod absichern kann – dann gibt so eine Einigung einfach auch eine große Gewissheit und beruhigt.“

Im Vordergrund steht in der Regel das Ziel, dass der Erbe dafür Sorge trägt, dass es dem Tier weiter an nichts fehlt, dass also für Pflege, Futter, Tierarztbesuche und Co. gesorgt ist. Darüber hinaus können aber auch andere Auflagen an das Erbe geknüpft sein, wie der Rechtsanwalt ausführt: „Berühmt ist etwa das Beispiel vom Modeschöpfer Mooshammer, der seine Hündin Daisy seinem Fahrer vermacht hatte. Weil die Hündin selbst nicht erben durfte, wurde bestimmt, dass der Chauffeur sich um Daisy kümmert und dafür bis zu ihrem Tod Wohnrecht in der Villa bekam.“ Alternative Auflagen können etwa sein, dass der feste Tierarzt beibehalten werden soll, dass eine bestimmte Zeit für Spielen und Spazieren vorgesehen wird oder dass das Fell des Tieres täglich gebürstet wird. Hier sind viele Details möglich.

Zusätzlich kann ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden, der prüft, ob alles eingehalten wird. „Das kann eine Person aus dem Umfeld sein, aber auch ein Anwalt oder eine Tierschutzorganisation. Die gängige Empfehlung ist meist der neutrale Blick einer externen Person, damit kein Streit aus dieser Kontrolle entsteht“, fasst Ackenheil zusammen.

Prinzipiell kann jeder sein Testament selbst verfassen und muss es nicht notariell beglaubigen lassen. Wenn aber – wie im Mooshammer-Beispiel – Werte wie ein Haus mit dem Erben des Tieres verknüpft sind, kommt es sehr genau auf die Formulierungen an. Rechtsanwalt Ackenheil macht das deutlich: „Die exakte Formulierung im Testament muss wohlüberlegt sein. Dafür sollte man sich jemanden suchen, der auf das Erbrecht spezialisiert ist. Ungenaue oder unzulässige Formulierungen können sonst dafür sorgen, dass das Erbe anders als gewünscht verteilt wird.“ So vergessen Laien schnell, dass womöglich ein geänderter Grundbucheintrag notwendig werden könnte. Oder es gibt eine schwammige Formulierung und damit ein Schlupfloch, nach dem die Wünsche des Erblassers nicht im Detail umgesetzt werden müssen.

„Wenn ein Testament durch einen Fehler nicht anerkannt wird, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Dabei rückt dann eine Frage in den Fokus: Was war der Wille des Erblassers?“, sagt der Experte. Für solche Fälle sei es immer hilfreich, wenn man die Entscheidung etwas vorlagert. Wenn etwa in einer Vorsorgevollmacht bestimmt ist, dass sich eine bestimmte Vertrauensperson um den Hund kümmert, wenn man selbst zum Beispiel durch einen Unfall nicht in der Lage dazu ist, dann könnte das auch dem Willen des Erblassers im Testament entsprechen. Letztlich geben Testament und Vollmacht dem Tierhalter aber auch einfach die Gewissheit, dass sich jemand um das geliebte Heimtier kümmert. IVH

Mantrailing im Schullandheim

Mantrailing im Schullandheim

Mantrailing im Schullandheim – ein tierischer Lernnachmittag

In dieser Woche wartete im Schullandheim Pottenstein ein besonderes Highlight auf die Schülerinnen und Schüler der Montessorischule Lauf: Ein spannender Aktionsnachmittag rund um das Thema Suchhunde!

Zunächst ging es theoretisch los: Wie gehe ich richtig auf einen Hund zu? Wie gebe ich einem Hund ein Leckerli? Was mache ich, wenn ein Hund bellt oder unsicher wirkt? Gemeinsam wurden wichtige Regeln im Umgang mit Hunden erarbeitet und gelernt, auf ihre Körpersprache zu achten.

Dann kam die große Überraschung: Vier Mantrailer-Teams der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing aus Kronach besuchten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Hunden – eine bunt gemischte Truppe aus erfahrenen Spürnasen und auch Anfängern. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und spannenden Einblicken in die Arbeit der Suchhunde wurden die Kinder in Kleingruppen aufgeteilt. Immer zwei Kinder durften sich im Gelände verstecken, während ein Hund anhand eines Geruchsartikels – zum Beispiel einem Socken – ihre Spur aufnahm.

Die übrigen Kinder verfolgten gespannt die Suche und beobachteten die Hunde aufmerksam bei ihrer Arbeit. Trotz des starken Windes gelang es jedem Hund, die versteckten Kinder zielsicher aufzuspüren – sehr zur Freude aller Beteiligten.

Zum Abschluss durften die Kinder die Hunde näher kennenlernen, sie füttern, streicheln und viele Fragen an die Hundeführerinnen und Hundeführer stellen.

Ein herzliches Dankeschön an die engagierten Teams der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing, die diesen lehrreichen und erlebnisreichen Nachmittag möglich gemacht haben.

Achtung Giftköder!

Achtung Giftköder!

Vorsicht Giftköder: Wie man seinen Hund schützt

Über zehn Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Das spricht für die große Beliebtheit der Vierbeiner. Dennoch gibt es immer wieder Berichte, dass aus Abneigung gegen Hunde Giftköder ausgelegt werden. Halter sollten sich und ihre Heimtiere mit einem Training darauf vorbereiten, damit die Gassirunde sicher bleibt.

Benutzte Taschentücher, weggeworfene Lebensmittel und anderer Müll, Hinterlassenschaften von anderen Tieren sowie Pflanzen oder herumliegende Äste am Wegesrand – bei der Gassirunde gibt es viele Reize, die die Aufmerksamkeit von Hunden erregen können. Halter sollten dabei genau aufpassen: Frisst ihr Heimtier etwas Gras, dann ist das normal, das Tier räumt damit seinen Magen auf. Tierhasser legen allerdings auch immer wieder Giftköder oder andere gefährliche Gegenstände aus, um Hunden gezielt zu schaden. Mit Blick auf diese Gefahr, sollte man das Tier mit einem Training vorbereiten, nicht alles direkt zu fressen.

Sonja Meiburg-Baldioli leitet die Hundeschule Holledau und hat unter anderem ein Buch über das Anti-Giftköder-Training geschrieben. Aus ihrem Arbeitsalltag weiß sie, dass immer mehr Menschen ein Anti-Giftköder-Training nachfragen, um ihre tierischen Freunde zu schützen.

„Unter Giftködern versteht man im allgemeinen Dinge, die absichtlich ausgelegt werden, um Tieren zu Schaden. Dazu gehört Rattengift, aber auch Rasierklingen, Glasscherben oder Nägel zählen dazu – meist versteckt in Leckereien“, erklärt Meiburg-Baldioli. Fressen die Hunde dies, führt das zu Verletzungen oder sogar bis zum Tod. Neben solchen bewusst ausgelegten Ködern können auch verwesende Lebensmittel am Wegrand oder tatsächlich für Ratten bestimmtes Rattengift gefährlich werden. Wegen der vielen Möglichkeiten ist ein Training deshalb nicht auf eine Variante wie zum Beispiel Rattengift fokussiert, sondern spricht das generelle Fressverhalten beim Spaziergang an: Es zielt darauf ab, den Hund vorzubereiten, nichts in der Natur sofort zu fressen.

Wie verhindere ich, dass mein Hund Giftköder frisst? Das Ziel von Anti-Giftköder-Training in einer Hundeschule ist, dass der Hund nichts frisst, was er besser nicht verschlucken sollte. „Der Hund lernt, sich bereitwillig und schnell von etwas abrufen zu lassen, was am Boden liegt. Auch dann, wenn es fressbar ist und er es eigentlich gerne verspeisen möchte“, erklärt die Hundetrainerin. „Zusätzlich kann man einem Hund beibringen, seinem Menschen zu zeigen, wenn er etwas gefunden hat, was die Person noch nicht gesehen hat.“ So sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund etwas Schädliches frisst.

Wichtig für den Erfolg ist, dass Halter ihren Hund für das gewünschte Verhalten loben und ihn darin bestärken. Findet er tatsächlich einen Giftköder, gilt es Ruhe zu bewahren und ihm den Gegenstand nicht einfach aus dem Maul zu reißen, wie Meiburg-Baldioli betont: „Lernt der Hund erst einmal, dass der Mensch unangenehm wird, sobald es um Fressbares geht, wird er eher dazu tendieren, es schnell herunterzuschlucken.“

Wenn der Hund einen Giftköder frisst, sollte man unbedingt sofort eine Tierklinik aufsuchen. Die Bundestierärztekammer rät dazu in einer Pressemeldung, dass man den Hund beruhigen sollte. Wird er bewusstlos, sollte man den Vierbeiner flach auf die Seite legen, sodass Speichel und Erbrochenes aus dem Maul laufen können. Ein Erbrechen sollte man aber niemals selbst herbeiführen, da das schädlich sein kann. Mögliche Reste des Giftköders gilt es dann einzupacken, damit der Tierarzt sofort gezielt helfen kann.

Für einen Notfall wie diesen bietet sich der tierärztliche Notdienst an. Da es eine Stresssituation ist, sollten Halter sich bereits vorab informieren, welche Tierarztpraxen oder Tierkliniken in der Umgebung diesen Notdienst anbieten.

Wer einen Köder findet, ohne dass der Hund etwas davon frisst, sollte den Fund ebenfalls einpacken, sich die Stelle merken und beides bei der nächsten Polizeistelle melden. Damit werden auch andere Tiere geschützt. IVH

Leptospirose beim Hund

Leptospirose beim Hund

Leptospirose beim Hund: Die Krankheit, die aus der Pfütze kommt

Die Leptospirose ist eine weltweit vorkommende Erkrankung, die am häufigsten über den Urin infizierter Kleinnager auf den Hund übertragen wird. Eine besondere Gefahrenquelle sind Pfützen, stehende oder langsam fließende Gewässer. Da sich ein Kontakt praktisch nicht verhindern lässt, ist der vorbeugende Impfschutz gegen die Leptospirose von besonderer Bedeutung. Dies dient nicht nur dem Schutz des Tieres, sondern auch des Menschen. Denn die Leptospirose ist eine Zoonose, das heißt, auch Menschen können sich von infizierten Tieren anstecken und daran erkranken.

Die Leptospirose ist eine bakterielle Erkrankung verursacht durch sogenannte Leptospiren, die durch verschiedene Tierarten übertragen werden können. Besonders relevant sind infizierte Kleinnager, über deren Urin die Bakterien in die Umwelt gelangen. Auch durch das Fressen von Nagetieren können sich Hunde mit dem Erreger infizieren. Erkrankungen können zu jeder Jahreszeit vorkommen, treten aber laut Studien am häufigsten im Spätsommer und Herbst auf.

Im Wasser fühlen sich die Bakterien besonders wohl, vor allem in langsam fließenden Gewässern, Tümpeln oder Pfützen. Bei warmen Temperaturen können die Leptospiren darin über Wochen und Monate infektiös bleiben. Auch durch das Schwimmen in offenen Gewässern kann eine Ansteckung erfolgen. Bei Spaziergängen an warmen Tagen sind das genau die Orte, an denen sich Hunde gerne erfrischen. Zu verhindern ist das kaum, entsprechend hoch ist die Infektionsgefahr. Eine indirekte Übertragung ist auch über kontaminierte Erde, Futter und Schlafstellen möglich.

Die Leptospirose kommt bei Hunden jeden Alters, Rasse oder Geschlecht vor. Die Verlaufsformen reichen von subklinisch, über mild bis schwer und lebensbedrohlich. Subklinisch infizierte Hunde entwickeln keine Krankheitssymptome, scheiden aber die Leptospiren im Urin aus. 1,5% der gesunden Hunde sind Träger von Leptospiren, und damit an der Verbreitung beteiligt.

Nach der Infektion über den Nasen-Rachen-Raum oder die Haut, gelangen die Bakterien in die Blutbahn und mit dem Blut in Leber, Nieren, Milz, zentrales Nervensystem, Augen und Geschlechtsorgane. Dort vermehren sie sich rasch, wobei es zu mehr oder weniger schweren Organschäden kommen kann. Am häufigsten sind die Nieren betroffen, gefolgt von der Leber. In bestimmten Regionen, dazu gehören die Schweiz, aber auch Nord- und Ostdeutschland, treten gehäuft schwere, oft tödliche, Lungenblutungen auf.

Akute Krankheitssymptome zeigen sich etwa fünf bis sieben Tage nach der Infektion. Die ersten Symptome sind meist unspezifische Anzeichen wie Appetitlosigkeit, Erbrechen und Apathie.Im schlimmsten Fall können erkrankte Hunde an der Infektion sterben.

Die Therapie nach Ausbruch der Krankheit gestaltet sich oft schwierig. Eine Antibiotikabehandlung nach Diagnose durch den Tierarzt oder die Tierärztin ist auf jeden Fall erforderlich. Viele Patienten benötigen eine intensivmedizinische Betreuung zur Behandlung des Organversagens. Aufgrund der schweren Erkrankungen beim Hund und des Ansteckungsrisikos für den Menschen zählt die Leptospirose-Impfung zu den wichtigsten Impfungen (Core-Impfung) nach den Impfleitlinien der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet). Jeder Hund sollte unabhängig von den Haltungsbedingungen und Alter gegen die Leptospirose geschützt sein. Die Grundimmunisierung erfolgt in der Regel in der 8. und 12. Lebenswoche. Zur Aufrechterhaltung des Schutzes sind dann jährliche Wiederholungsimpfungen erforderlich.

Die Impfung schützt nicht nur den Hund, sondern indirekt auch die Menschen, denn die Leptospirose kann als Zoonose auch durch ungeimpfte und infizierte Hunde auf den Menschen übertragen werden. Bei über einem Drittel der in Deutschland auftretenden Leptospirosefälle kann ein direkter und enger Kontakt zu Tieren nachgewiesen werden. ots

(Bundesverband für Tiergesundheit e.V.)

Bahnfahren mit Hund

Bahnfahren mit Hund

Entspanntes Bahnfahren mit Hund

Egal ob Tagesausflug, Urlaubsreise oder Besuch bei Freunden und Verwandten: Viele Menschen legen diese Strecken gerne mit der Bahn zurück. Soll ein Hund mitreisen, entstehen plötzlich Fragen: Darf der Hund überall mitfahren? Braucht er ein Ticket? Was für Regeln sind außerdem zu beachten und wie lange darf die Fahrt dauern? Wenn Hund und Halter vorbereitet sind, wird aus dem Abenteuer Zugfahrt schnell eine entspannte Reise.

„Die Deutsche Bahn befördert pro Jahr etwa 100.000 Hunde“, bestätigt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage. Ob es für das Tier ein Ticket braucht, hängt allerdings von der Größe des Hundes und gegebenenfalls vom jeweiligen Verkehrsverbund ab. Die Deutsche Bahn hat auf ihrer Website einige Regelungen zur Zugfahrt mit Hund zusammengestellt: https://www.bahn.de/angebot/zusatzticket/hund

Regularien bei der Deutschen Bahn Ein Ticket ist Bahnangaben zufolge generell nur für größere Hunde notwendig. Kleine Hunde, die in einem geeigneten und verschließbaren Transportbehältnis mitgenommen werden, benötigen keine Fahrkarte. Für größere Hunde, die ohne Transportbox mitfahren sollen, werden dagegen Kosten in Höhe der Hälfte des Fahrpreises eines Erwachsenen fällig. Bei der Buchung kann dafür einfach online oder am Automaten die Kategorie „Hund“ für das zusätzliche Ticket ausgewählt werden. Auch Besitzer eines Deutschlandtickets müssen für ihren Hund in der Regel ein Extraticket erwerben. Abomodelle, beispielsweise ein spezielles Deutschlandticket für Hunde, gibt es nicht – auch ein reguläres Deutschlandticket kann nicht für den Hund abgeschlossen werden. In den jeweiligen Verkehrsverbünden können allerdings abweichende Vorgaben gelten: So ist etwa im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr die Mitnahme von allen Hunden unentgeltlich. Halter sollten sich also vor Fahrten im Nahverkehr informieren, ob der jeweilige Anbieter ein Hundeticket verlangt oder nicht.

Für Hunde heißt es bei der Deutschen Bahn außerdem: Pfoten vom Sitz! Hier dürfen sie nicht Platz nehmen, sondern müssen immer vor, unter oder neben dem Sitzplatz des Fahrgastes sitzen oder liegen. Eine Sitzplatzreservierung für Vierbeiner gibt es daher nicht. Aus Hygienegründen sind Heimtiere zudem nicht im Bordrestaurant erlaubt.

„Hunde, die nicht in einer Transportbox reisen, müssen angeleint sein und einen Maulkorb tragen“, so die Bahnsprecherin. Grundsätzlich sind Leine und Maulkorb hier also immer vorgeschrieben und können vom Zugpersonal verlangt werden.

Ausnahme für Blindenführ- und Assistenzhunde Besondere Regelungen gelten für anerkannte Blindenführ- und Assistenzhunde. Diese müssen keinen Maulkorb tragen und fahren immer kostenfrei. Dafür ist ein entsprechender Schwerbehindertenausweis oder alternativ etwa ein Ausweis mit der Bezeichnung Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft mitzuführen und auf Nachfrage vorzuzeigen. Voraussetzung für die kostenfreie Mitnahme eines Blindenführ- oder Assistenzhundes ist zudem dessen sichtbare Kennzeichnung mit einem entsprechenden Abzeichen, etwa auf Kenndecke, Hundegeschirr oder Halsband.

Den Hund auf die Zugfahrt vorbereiten Zusätzlich zur Information zu Tickets & Co. sollten Hundehalter sich und ihren Begleiter aber auch auf die Fahrt selbst vorbereiten. Anton Fichtlmeier, Hundetrainer und Ratgeberautor, empfiehlt dazu: „Vor der Fahrt ist es immer sinnvoll, den Hund ordentlich auszupowern. Dann kann er sich zum einen erleichtern, wird zum anderen aber auch einen Teil der Zugfahrt in Ruhe schlafen können. Drei Stunden sind meist unproblematisch, vor allem wenn der Hund ruhig liegen kann. Bei längeren Strecken sollte man dann noch weitere Pausen einplanen – idealerweise, wenn man ohnehin umsteigen muss. 20 bis 30 Minuten reichen meist schon, um kurz im Bahnhofsumfeld eine Runde zu drehen und dann wieder rechtzeitig am Gleis zu sein. Wie oft ein Hund Pausen braucht, unterscheidet sich aber ganz individuell.“

Wichtig ist außerdem, dass man den Hund schon im Vorfeld daran gewöhnt, mit angelegtem Maulkorb, Halsband und Leine auf einer kleinen Decke zu liegen. „Das üben Halter am besten zu Hause: Nach einer ausgiebigen Gassirunde setzen sie sich auf einen Stuhl, motivieren ihren jetzt müden Hund, der immer noch angeleint ist und seinen Maulkorb trägt, sich anfangs nur für wenige Minuten auf seiner Decke abzulegen. Daran gewöhnt er sich recht schnell. Und das gibt ihm dann auch später im Zug das Signal: Das ist mein Platz. Ich soll mich ruhig verhalten und kann ausruhen“, so der Hundetrainer.

Sitzplatzwahl und andere Fahrgäste Man kann auch bei der Wahl des Sitzplatzes ein paar Dinge berücksichtigen. Am Wagenende oder an Sitzplätzen mit Tischen gibt es meist mehr Beinfreiheit und Platz für den Hund. In Ruhebereichen sind Hunde dagegen zwar erlaubt, aber auch durch einen stillen Hund können sich andere Fahrgäste dort schneller gestört fühlen. Zudem kann es vorkommen, dass Mitfahrende, auch Kinder, den Hund gerne streicheln möchten. „In solchen Fällen sollten Halter immer aufmerksam sein und sowohl ihren Hund als auch die Situation einschätzen“, so Fichtlmeier. „Ist mein Hund ruhig und entspannt und ich weiß, dass ihm die Zugfahrt nichts ausmacht, ist es auch kein Problem ihn unter Aufsicht streicheln zu lassen. Aber nicht jeder Hund mag das Bahnfahren und dann kann der Kontakt zu Fremden schnell Stress auslösen. Das sollte man klar kommunizieren und dem Vierbeiner lieber seine Ruhe gönnen.“ Je öfter ein Hund im Zug mitfährt und diese ungewohnte Situation kennenlernt, desto ruhiger wird er dabei auch. IVH